Das Modellprojekt „Jazz Leeks“

Das Modellprojekt „Jazzleeks“ verfolgt einen integrativen kulturpädagogischen Ansatz. Im Rahmen der Probearbeit sammeln die Jugendlichen sowohl handwerklich-technische als auch individuell-künstlerische und soziale Erfahrungen.

Die individuelle und kollektive Improvisation steht im Mittelpunkt der Probenarbeit. Denn wer gelernt hat zu improvisieren, ist in der Lage, Handwerk, (kognitives und soziales) Wissen und individuellen Ausdruck miteinander zu kombinieren und diese Lernerfahrungen auf andere praktische Bereiche zu übertragen.

Improvisation stellt somit für Jugendliche eine vielfältig einsetzbare Schlüsselqualifikation und Ressource dar. Die Improvisation fordert Jugendliche heraus: sie verlangt das Beachten von Regeln (wie spiele ich einen Blues so, dass er nach Blues klingt?) und den Einsatz von Regelvariation und Regelbrüchen (wie spiele ich den Blues so, dass ich als Solist erkennbar werde?). Im Jazz ist sowohl angepasstes Verhalten (die Rhythmusgruppe begleitet einen Solisten und stellt sich auf ihn ein) als auch die individuelle Suche nach dem eigenen Ausdruck (jetzt soliere ich!) für ein kreatives Musizieren unabdingbar.

Im Modellprojekt wird ein kritisches Bewusstsein gegenüber der Kulturindustrie und ihrer Produkte gefördert: die Probearbeit findet unter Beteiligung der Jugendlichen statt, so dass wird Kultur erfahrbar gemacht und als autonome Gestaltungsaufgabe des eigenen Handelns erlebt wird. Die Jugendlichen werden – unterstützt durch Hilfestellungen des Leiters - ermuntert, „ihre“ Musik zu machen: sie komponieren Stücke und Bläsersätze, entwickeln einen gemeinsamen Bandsound, formen ihren individuellen Ausdruck und arbeiten produktiv an den Arrangements und den Soli der Stücke mit. Dazu gehört: emotionales Drauflosspielen (Energien rauslassen), Hören (Was spiele ich gerade und die neben mir?), Wiederholen (das hat mir gefallen, das spiele ich noch einmal), Miteinander Sprechen und Stellung beziehen(Das hat mir gerade gut gefallen, wie fandst du das?), Reflektieren (Das war zwar schräg, hatte aber was, warum nur?). Das Erlernen der Jazz- und Rockphrasierung und das präzise Spielen nach Noten sind wichtige Basisfähigkeiten, die jeder Musiker und jede Musikerin lernen sollte.

Da die Jugendlichen frei in der Gruppe improvisieren sowie eigenständig Stücke komponieren und arrangieren, geht das Projekt allerdings weit über die Zuschnitte üblicher Jugendbandprojekte des Jazz und Rock hinaus.

Die Jugendlichen werden frühzeitig mit der Bühnensituationen konfrontiert und im Rahmen von Auftritten mit ihr vertraut gemacht.Langfristig werden sieanLandeswettbewerben wie „Jugend Jazzt“ teilnehmen und damit einen Beitrag zu einer von Jugendlichen getragenen Jazz- und Improvisationskultur in Frankfurt und Hessen leisten.